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Ein Traum
Gedicht von Rudi Göllner

 

Spoken by: Amalia Putschko
(Dialect Schmöllnitz)

Uploaded: 2015-02-02
Time: (abt.) -0 min

Points: 892

  Ein Traum
Von Rudi Göllner

Im Traum ziehe ich immer in die Heimat zurück
und werfe überall hin meinen neugierigen Blick.
In die Gassen und Häuser muß schnell ich schauen,
was sich so alles zugetragen hat daheim.

Wie sieht es aus im Garten, im Wald und auf dem Feld?
Wer sitzt jetzt auf dem Rathaus als Richter (Bürgermeister) bestellt?
Und wer tut von der Kanzel das Evangelium kund-
abends, um Zehn, wer bläst, was die Stund?

Im Traum kannst du jetzt nach Hause nur wandern
und so vergeht ein Tag nach dem anderen.
Die Seele gequält, in den Herzen keine Ruh-
merkst nicht bald wieder die Wirklichkeit du?

Doch, was nützt das Alles mein lieber Christ,
der du aus der Heimat vertrieben bist.
Es heißt zwar, das Glück ist kugelrund,
doch wann, wann schlägt auch endlich unsere Stund?

Wann kommen wir nach Hause, wir alle, wieder?
Die Frage quält uns doch alle immer.
Doch kein Mensch kann wissen auf dieser Welt,
wie der Herrgott uns noch die Zukunft bestellt.

Mein Nachbar meint zwar ein Traum ist ein Traum,
doch vorläufig können wir im nur Traum nachhaus’,
bis das runde Glück sich wieder dreht ein Stück
und uns steht offen der Weg in die Heimat zurück.

Geträumt haben es Heimatvertriebene,
geschrieben hat es Rudi Göllner.